Rosenmontag in Herbstein



„Ihr Narren hier doch alle wisst,
dass heute Rosenmontag ist!!“


Mit diesen Worten begrüßt der Herbsteiner Bajazz alle Narren aus Nah und Fern pünktlich um 10.11Uhr vom oberen Fenster des Vereinsheimes und eröffnet offiziell das närrische Treiben.
Er ist sicherlich die Krönung der närrischen Kampagne, denn fast alle Veranstaltungen zielen genau auf Ihn – den Rosenmontag.







Schon in den frühen Morgenstunden trifft man sich in den Häusern von Herbstein, um sich gemeinsam in geselliger Runde auf diesen Tag einzustimmen. Der Ein oder Andere ist oft noch etwas erschöpft, da die letzten beiden Nächte mit der „Maskerade“ und der „Närrischen-Disco-Nacht“ entsprechend kurz waren und dem Narren so einiges abverlangt haben. Letzte Vorbereitungen an den Motivwagen werden getroffen, die Traditionsfiguren werden hergerichtet und der Springerzug begibt sich zum Friseur, damit vor Allem die darzustellenden Mädchen entsprechend frisiert und geschminkt werden.

Für den Bajazz und seinen Springerzug gilt es an diesem Morgen alle Kräfte zu mobilisieren, denn auf sie wartet durchaus eine gewisse sportliche Herausforderung, der Sprungtanz nämlich, der sie an der Spitze des Rosenmontagsumzuges ca. vier Stunden durch die Straßen von Herbstein begleitet.
Mit einem lauten „Fertig Drei-Vier“ des Bajazz setzt die Musikkappelle ein und der Zug setzt sich in Bewegung.
Aber auch die Reihenfolge des Zuges ist festgelegt. An erster Stelle wird der Zug von den Vorreitern angeführt. Direkt dahinter folgt der Elferrat, die Musikkappelle und der Springerzug, flankiert von den Gardisten, dem FVH-Ballett und den Fahnenträgern.
Mittendrin trifft man immer wieder das Siebpferdchen, den Storch und den Erbsenstrohbär, sie gehören zu den ältesten traditionsverbundenen Figuren der Herbsteiner Foaselt.


Der Bajazz bewegt sich mit seinem freien Sprung im gesamten Bereich des vorderen Zuges, während sein Springerzug stets hintereinander formiert, häufig umrahmt von einem begeisternd lauten „Hej, Hej, Hej...“ den Sprungtanz vorführt.
Nun folgen die fantasievoll gestalteten Motivwagen und vielen Fußgruppen, deren Vorbereitungsarbeit oft schon weit vor der närrischen Kampagne beginnt und nun den Zuschauern präsentiert wird.

Der Herbsteiner Rosenmontagsumzug kann auch als ein ein „stehender“ Umzug bezeichnet werden. Im Verlauf des Umzugs macht der Zug immer wieder vor den Haustüren der Geschäftsleute einen kurzen Halt. Der Bajazz erhebt lautstark das Wort : „ Da wir heute das Fest der Fastnacht feiern, so laden wir Herrn... und seine Ehefrau in die Säle „Vereinsheim“ und „Haus des Gastes“ recht herzlich ein. Zu dieser Einladung wollen wir Ihnen ein dreifach donnerndes Hoch darbringen. Herr... und seine Ehefrau sowie seine ganze Familie, sie leben: Hoch! – nochmals Hoch! – abermals Hoch!“ Während dieser Ausrufe springen Bajazz und die Pärchen des Springerzuges beim ersten einmal, dann zweimal und danach dreimal in die Höhe.






Im Anschluss findet ein kurzes Tänzchen des Bajazz mit der Ehefrau oder der Tochter des Hauses, wozu auch die Pärchen miteinander tanzen. Zur Honorierung dieses Aufspielens erfolgt eine ansehnliche Spende in die Kasse, sowie auch für den Bajazz und die Pärchen.
An der Ecke Hessenstraße/Lange Reihe befindet sich ein begehbarer Ausspielwagen in einem Herbsteiner Motiv, auf dem Geschäftsleute ,deren Wohnhaus nicht unmittelbar an der Strecke des Umzuges liegt, aufgespielt bekommen. In närrischer Moderation werden die einzelnen vorbeifahrenden Zugnummern des Rosenmontagsumzuges den Zuschauern vorgestellt.

Gegen Mittag wird der Umzug vom närrischen Publikum auf dem Marktplatz erwartet. Der Schirmherr und Bürgermeister, sowie viele Prominente aus Politik und Wirtschaft lassen es sich nicht nehmen an diesem besonderen närrischen Geschehen mitzumischen.

Gegen ca. 14.00 Uhr erreicht der Umzug sein Ziel – Den Rosenmontagsball im „Haus des Gastes“. Zum Finale wird hier der Bajazz mit seinem Springerzug von der begeisterten Narrenschar begrüßt und zeigt noch einmal seine höchsten Sprünge.

Danach wird in ganz Herbstein an fast jeder Ecke närrisch „Foaselt“ gefeiert.